Urodynamische Untersuchungen sind ein Oberbegriff für Untersuchungen, die die Speicherung und Entleerung der Blase beurteilen. Sie bestehen nicht zwangsläufig aus einer einzigen Messung, sondern können verschiedene Komponenten umfassen, wie z. B. die Aufzeichnung des Harnflusses, die Messung des Restharns nach der Miktion und die Überwachung des Drucks während der Füllung. Welche Komponenten angewendet werden, hängt von den Beschwerden des Patienten und den Fragestellungen des Arztes ab. Daher kann der Untersuchungsablauf von Patient zu Patient variieren.
Harninkontinenz, plötzlicher Harndrang, schwacher Harnstrahl oder unvollständige Blasenentleerung können durch verschiedene Mechanismen verursacht werden. Die Urodynamik hilft zu verstehen, welche funktionellen Veränderungen mit diesen Symptomen einhergehen können. Die Untersuchung allein deckt jedoch nicht alle Erkrankungen auf und ersetzt nicht die körperliche Untersuchung. Die Ergebnisse werden in Verbindung mit der Anamnese, dem Miktionsprotokoll, der Urinanalyse und gegebenenfalls bildgebenden Befunden interpretiert. Ziel ist es nicht nur, ein Diagramm zu erstellen, sondern Informationen zu gewinnen, die die Therapieentscheidung beeinflussen können.
Unklarheit über die Art der Inkontinenz, das gleichzeitige Vorliegen von Harndrang und Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder das Fortbestehen der Symptome trotz vorheriger Behandlungen können eine Untersuchung erforderlich machen. Eine vorausgegangene Operation aufgrund von Harninkontinenz sowie bestimmte neurologische Erkrankungen können die Beurteilung ebenfalls erschweren. Der Arzt sollte erläutern, welche Behandlungsoption durch das Testergebnis beeinflusst werden könnte. Sollte die gleiche Behandlung unabhängig vom Ergebnis angewendet werden, ist der zusätzliche Nutzen der Untersuchung ebenfalls zu berücksichtigen.
Die ersten Schritte bei der Abklärung von Harninkontinenz bei Frauen umfassen in der Regel eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung und eine grundlegende Urinanalyse. Die Urodynamik ist kein automatischer Ersttest, der diese Untersuchungen ersetzt. Es ist wichtig, die Situation zu identifizieren, die im Alltag die größten Schwierigkeiten verursacht. Beispielsweise geben unwillkürlicher Harnverlust beim Husten und die Unfähigkeit, nach dem Verspüren von Harndrang rechtzeitig die Toilette zu erreichen, nicht denselben Anlass zur Sorge. Treten beide Symptome gleichzeitig auf, kann die Kenntnis des jeweils dominanten Symptoms die weitere Behandlung beeinflussen.
Nein. Die Leitlinien der EAU und AUA/SUFU empfehlen keine routinemäßige Urodynamikuntersuchung zu Beginn typischer und unkomplizierter Symptome einer überaktiven Blase. Ebenso ist sie nicht zwingend vor jeder Operation bei unkomplizierter Belastungsinkontinenz erforderlich, die sich eindeutig in Anamnese und körperlicher Untersuchung nachweisen lässt. Die Untersuchung kann jedoch sinnvoll sein, wenn die Art der Inkontinenz unklar ist, Probleme bei der Blasenentleerung vorliegen oder Voroperationen die Beurteilung erschweren. Die Entscheidung hängt nicht allein vom Alter oder der Dauer der Inkontinenz ab.
Die NICE-Empfehlungen differenzieren die präoperativen Untersuchungsanforderungen anhand der Patientenmerkmale. Bestimmte Begleiterkrankungen, wie z. B. ein vorderer oder oberer Scheidenwandprolaps, können diese Entscheidung beeinflussen. Die Unterscheidung zwischen Belastungsinkontinenz und Dranginkontinenz ist daher wichtig. Verallgemeinerungen wie „Alle Patientinnen, die sich einer Operation unterziehen, sollten die gleichen Untersuchungen erhalten“ oder „Urodynamik ist nie notwendig“ sind falsch. Die Untersuchung wird anhand der individuellen klinischen Fragestellung ausgewählt.
Bei der Terminvereinbarung sollten Sie sich die Vorbereitungshinweise des Zentrums einholen. Einige Zentren verlangen, dass Patienten mit einer angenehm gefüllten Blase zur ersten Harnflussmessung erscheinen. Es ist jedoch nicht notwendig, stundenlang Schmerzen beim Wasserlassen zu ertragen. Bitte informieren Sie das Zentrum im Voraus über Anfahrtswege, eingeschränkte Mobilität oder starken Harndrang. Das Zentrum kann Ihnen individuelle Vorbereitungsvorschläge unterbreiten. Halten Sie am Tag der Untersuchung Ihren Ausweis, frühere Befunde und Ihre aktuelle Medikamentenliste bereit, um die Untersuchung zu erleichtern.
Für die meisten Standard-Urodynamikuntersuchungen ist Nüchternheit nicht erforderlich; es werden jedoch terminspezifische Anweisungen befolgt. Symptome einer Harnwegsinfektion, eine mögliche Schwangerschaft, Katheterisierung und Allergien gegen Medikamente oder Materialien müssen angegeben werden. Falls ein Miktionsprotokoll angefordert wurde, sollte dieses genau und unter Berücksichtigung der tatsächlichen Gewohnheiten geführt werden. Kurze Notizen zu den Umständen, unter denen Symptome auftreten, sind ebenfalls hilfreich. Name und Datum einer eventuell vorangegangenen Operation sind aussagekräftiger als die bloße Angabe „Ich hatte eine Blasenoperation“.
Ob Medikamente abgesetzt werden sollten oder nicht, hängt vom Zweck der Untersuchung ab. Manchmal geht es darum, das Verhalten der Blase ohne Behandlung zu beurteilen, manchmal um ihre Funktion unter Behandlung. Daher ist es nicht angebracht, einen allgemein gültigen Absetzplan aus dem Internet für alle Patienten anzuwenden. Patienteninformationen aus Southampton und anderen NHS-Zentren betonen, wie wichtig es ist, die spezifischen Anweisungen des jeweiligen Zentrums zu befolgen. Ein eigenmächtiges Absetzen von Medikamenten kann sowohl die Symptome verschlimmern als auch die Kontrolle einer anderen Erkrankung beeinträchtigen.
Neben Medikamenten gegen Blasenbeschwerden sollten auch Diuretika, Blutverdünner und andere regelmäßig eingenommene Medikamente in der Liste aufgeführt werden. Die Einnahme von Blutverdünnern bedeutet nicht automatisch, dass diese abgesetzt werden müssen. Bei Unklarheiten bezüglich der Einnahmehinweise sollte das Zentrum vorab kontaktiert werden. Eine vorherige Klärung, anstatt erst am Tag des Termins zu fragen: „Habe ich alle meine Medikamente eingenommen? Muss ich noch Medikamente absetzen?“, kann Verzögerungen vermeiden. Auch pflanzliche Präparate und rezeptfreie Medikamente sollten angegeben werden.
Starkes Brennen beim Wasserlassen, neu aufgetretene oder sich verschlimmernde Symptome, Fieber oder andere Anzeichen einer Infektion werden vor der Untersuchung abgeklärt. Eine aktive Infektion kann sowohl die Symptome als auch die Messergebnisse beeinflussen. Da es sich um eine Untersuchung mittels Katheter handelt, ist der Zeitpunkt der Untersuchung ebenfalls wichtig. Das Zentrum kann gegebenenfalls eine Urinprobe anfordern und die Untersuchung verschieben. Es ist nicht ratsam, dass Patienten ihre Symptome verbergen, um den Termin nicht zu versäumen.
Es kann nicht pauschal gesagt werden, dass jedem Patienten automatisch Antibiotika verabreicht werden sollten. Die Notwendigkeit einer prophylaktischen Antibiotikagabe richtet sich nach dem individuellen Risikoprofil und den Vorgehensweisen des Zentrums. Patienten mit häufigen Infektionen, Katheterisierung oder bestimmten immunbedingten Erkrankungen sollten dies angeben. Die Selbstverabreichung von Resten von Antibiotika vor dem Eingriff kann die Auswertung der Kultur beeinflussen. Anstatt ohne ärztliche Empfehlung mit der Behandlung zu beginnen, ist es hilfreich, den Beginn der Symptome und frühere Kulturergebnisse mitzuteilen.
Vor dem Eingriff werden Zweck, Ablauf und mögliche Beschwerden erläutert. Der Patient wird ermutigt, Fragen zu stellen und seine Einwilligung zu geben. In der Regel wird zunächst der Urinfluss durch Urinieren in eine spezielle Toilette oder ein Messgerät aufgezeichnet. Anschließend kann der Restharn in der Blase beurteilt werden. Soll eine Druckmessung durchgeführt werden, wird ein dünner Katheter durch die Harnröhre in die Blase eingeführt. Zur Beurteilung des intraabdominellen Drucks kann ein weiterer dünner Messkatheter rektal oder, bei manchen Eingriffen, vaginal platziert werden.
Während die Blase kontrolliert mit Flüssigkeit gefüllt wird, werden die Druckverhältnisse aufgezeichnet. Der Patient beschreibt, wann er erstmals ein Völlegefühl verspürt, wann normaler Harndrang auftritt und wann ein starker Harndrang entsteht. Er wird möglicherweise gebeten zu husten, seine Position zu verändern oder eine Bewegung auszuführen, die Inkontinenz auslöst. Im letzten Abschnitt können Druck und Harnfluss gleichzeitig während des Wasserlassens gemessen werden. Die durchgeführten Abschnitte variieren je nach Ausstattung des Zentrums und der klinischen Fragestellung. Patienten, die den Ablauf der Untersuchung nicht verstehen, können um eine Erklärung bitten; die Kommunikation trägt wesentlich zur Qualität der Messung bei.
Die Uroflowmetrie misst die Harnflussgeschwindigkeit während des Wasserlassens und deren Veränderung im Zeitverlauf. Die Zystometrie beurteilt die Blasensensibilität und das Druckverhalten während der Füllung. Druck-Fluss-Studien untersuchen den Druck, den die Blase während der Entleerung ausübt, sowie den Harnfluss. Diese Informationen können helfen, mögliche Ursachen für einen geringen Harnfluss zu identifizieren. Ein einzelner Messwert erklärt jedoch nicht alle Entleerungsprobleme eines Patienten; Faktoren wie eine ausreichende Blasenfüllung und das Wohlbefinden des Patienten spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
| Prüfung | Die Frage, zu deren Beantwortung es beitrug |
|---|---|
| Uroflowmetrie | Wie und mit welcher Geschwindigkeit erfolgt der Urinstrahl? |
| Messung des Restharns nach dem Wasserlassen | Wie viel Urin bleibt nach der Blasenentleerung übrig? |
| Füllungszystometrie | Wie verändern sich Empfindungen und Druckgefühl bei voller Blase? |
| Druckflussbetrieb | Wie funktioniert die Blase während der Entleerung? |
| Bei Bedarf weitere Unterlagen. | Sind zusätzliche Informationen hinsichtlich Muskelkoordination oder anatomischer Funktionsbeziehungen erforderlich? |
In einigen Fällen kann die Video-Urodynamik in Verbindung mit zusätzlichen Aufzeichnungen oder Bildgebungsverfahren zur Beurteilung der Muskelaktivität eingesetzt werden. Diese sind jedoch nicht obligatorische Bestandteile der Standarduntersuchung für jede Patientin. Das in der Video-Untersuchung verwendete Bildgebungsverfahren und die Strahlenbelastung sollten gesondert erläutert werden. Es ist besonders wichtig, die Patientin vorab über die Möglichkeit einer Schwangerschaft aufzuklären. Die Informationen des NIDDK zur urodynamischen Untersuchung verdeutlichen, dass unterschiedliche Messungen zur Beantwortung unterschiedlicher funktioneller Fragestellungen dienen und nicht demselben Zweck.
Während des Einführens des Katheters können kurzzeitig Stechen, Brennen oder Unbehagen auftreten. Ein Druckgefühl beim Füllen der Blase ist normal. Die meisten Standarduntersuchungen werden im Wachzustand durchgeführt; die Beschreibung der Empfindungen und des Wasserlassens durch die Patientin ist ein wichtiger Bestandteil der Messung. Daher wird die Untersuchung nicht routinemäßig unter Vollnarkose durchgeführt. Jegliche Vorerfahrungen mit schmerzhaften Eingriffen, vaginalen Schmerzen oder Angstzuständen sollten dem Behandlungsteam im Vorfeld mitgeteilt werden. Eine stille Schmerztoleranz wird nicht erwartet.
Die Dauer des Termins hängt von den einzelnen Behandlungsschritten, der Vorbereitung und der Fähigkeit des Patienten, Wasser zu lassen, ab; manche Zentren planen etwa eine Stunde ein. Diese Dauer kann nicht für jeden Patienten garantiert werden. Falls der Patient Unterstützung beim Gehen oder einen Dolmetscher benötigt, kann dies im Voraus geplant werden. Privatsphäre, angemessene Abdeckung und klare Kommunikation tragen zum Wohlbefinden bei. Das Team sollte informiert werden, wenn erhebliche Beschwerden auftreten; gegebenenfalls sollte die Behandlung abgebrochen oder verschoben werden.
Die Beobachtung von Harninkontinenz während der Untersuchung kann mitunter selbst Gegenstand der Untersuchung sein. Dies sollte nicht als peinliches Versagen betrachtet werden. Das Team achtet darauf, ob die Inkontinenz bei Harndrang oder bei erhöhtem Druck, beispielsweise beim Husten, auftritt. Es ist hilfreich, wenn der Patient beschreibt, ob die Beschwerden seinen üblichen Alltagsbeschwerden ähneln. Ebenso sollte jede neue, im Alltag nicht vorhandene Empfindung dokumentiert werden; dies ermöglicht die korrekte Einordnung der Befunde.
Schwierigkeiten beim Wasserlassen können in ungewohnter Umgebung, mit liegendem Katheter oder bei unzureichender Privatsphäre auftreten. Dies allein beweist jedoch keine dauerhafte Blasenfunktionsstörung. Die Testbedingungen und das normale Miktionsmuster der betroffenen Person werden gemeinsam beurteilt. Das Fehlen von Beschwerden im Alltag während der Untersuchung bedeutet nicht, dass die Beschwerden unbegründet sind. Die Übereinstimmung des Befundberichts mit den Erfahrungen der Patientin/des Patienten sollte in der Befundbesprechung besonders hervorgehoben werden. Eine gegebenenfalls durch weitere Informationsquellen ergänzte Beurteilung verhindert die Überbewertung eines einzelnen Messwerts.
Letztendlich lassen sich die Empfindlichkeit der Blase während der Füllung, unwillkürliche Kontraktionen, Druckveränderungen, Harnverlust und Entleerungseigenschaften beurteilen. Unwillkürliche Kontraktionen der Blasenmuskulatur können mit den vom Patienten beschriebenen Symptomen einer überaktiven Blase zusammenhängen, sind aber nicht identisch. Symptombeschreibung und Messbefunde sollten unterschieden werden. Fachbegriffe im Bericht bedeuten nicht zwangsläufig, dass der Patient operiert wird oder ein bestimmtes Medikament einnimmt.
Referenzwerte und ihre Interpretation hängen von den Untersuchungsbedingungen ab. Alter, Vorgeschichte, entleerte Urinmenge, Medikamente und Begleiterkrankungen werden berücksichtigt. Beim Befundgespräch helfen Fragen wie: „Wie erklärt dieser Befund meine Beschwerden?“ und „Was verändert er am Behandlungsplan?“ Der Vergleich eines einzelnen Blasendruckwertes im Internet kann irreführend sein. Eine Diagnose darf nicht allein auf einer Zeile ohne vollständigen Bericht und klinische Beurteilung beruhen.
Eine Beckenorganprolaps kann den Harnfluss, die Blasenentleerung und die Art der Inkontinenz beeinflussen. Bei manchen Frauen kann nach der Reduktion des Prolapses eine zuvor unbemerkte Belastungsinkontinenz auftreten. Die Berücksichtigung dieser Möglichkeit hilft bei der Besprechung des Umfangs der geplanten Operation. Allerdings benötigt nicht jede Patientin mit Prolaps die gleichen Untersuchungen. Die Untersuchungsbefunde, die aktuellen Beschwerden und der geplante Eingriff werden gemeinsam ausgewertet.
Patientinnen mit Zystozele oder Gebärmuttervorfall sollten auch jegliche Schwierigkeiten beim Wasserlassen beschreiben. Bei vorangegangener TOT- oder TVT-Operation ist die Vorlage des Operationsberichts hilfreich. Die Ursachen für neu aufgetretenen postoperativen Harndrang, Harnverlust oder schwachen Harnstrahl können vielfältig sein. Die Urodynamik ist ein Hilfsmittel, das bei Bedarf zur komplexen Beurteilung beiträgt; sie ersetzt jedoch nicht die alleinige anatomische Untersuchung.
Nach dem Eingriff können kurzzeitig leichte Brennen oder geringfügige Blutungen auftreten. Bitte befolgen Sie die Anweisungen des Zentrums zur Pflege und Kommunikation. Die Flüssigkeitszufuhr sollte Ihrem normalen Gesundheitszustand entsprechen; Personen mit Flüssigkeitsbeschränkungen aufgrund von Herz- oder Nierenerkrankungen wird von übermäßigem Wassertrinken abgeraten. Die Rückkehr zu Ihren täglichen Aktivitäten wird individuell mit Ihnen besprochen, abhängig vom Umfang der Untersuchung und Ihrem Befinden. Die Beschwerden nach dem Eingriff klingen in der Regel allmählich ab.
Fieber, Schüttelfrost, zunehmende Schmerzen, starke Blutungen, Unfähigkeit zu urinieren oder anhaltendes, starkes Brennen erfordern den Kontakt mit einem Arzt oder einer Ärztin. Eine Untersuchung sollte nicht verzögert werden, insbesondere bei vollständiger Unfähigkeit zu urinieren oder bei allgemeinem Krankheitsgefühl. Es wird auf eine mögliche Harnwegsinfektion (HWI) untersucht; eine Selbstbehandlung mit verbleibenden Antibiotika wird nicht begonnen. Klinikspezifische Warnhinweise und Notfallkontaktinformationen, die dem Patienten/der Patientin mitgeteilt werden, haben Vorrang vor allgemeinen Informationen aus dem Internet.
Vor dem Termin können die Testfragen, die Medikamenteneinnahme, der erforderliche Füllstand der Blase und die voraussichtliche Dauer des Eingriffs geklärt werden. Auch sollte gefragt werden, wann und von wem die Ergebnisse mitgeteilt werden. Der Behandlungsplan ist nicht mit der Übergabe des Befundberichts abgeschlossen. Im Ergebnisgespräch werden die Wünsche des Patienten, seine Ziele für den Alltag und seine bisherigen Behandlungserfahrungen berücksichtigt. So wird die Besprechung Teil eines individuellen Entscheidungsprozesses.
Zur Beurteilung von Beschwerden und zur Planung einer angemessenen Untersuchung nutzen Sie bitte das Kontaktformular von Assoc. Prof. Dr. Nazlı Korkmaz. Diese Informationen ersetzen keine persönliche Untersuchungsanforderung oder Diagnose. Grundlage sind Patientendaten des NIDDK, EAU, NICE, der Leeds Teaching Hospitals, Southampton und South Tees. Informationen zu Untersuchungsarten finden Sie zusätzlich in den urodynamischen Informationen des NIDDK . Bitte befolgen Sie zur Vorbereitung und Nachsorge die individuellen Anweisungen des Zentrums, in dem die Untersuchung durchgeführt wird.
Der Bericht kann Begriffe wie Kapazität, Empfindung, Compliance, Detrusoraktivität, Harnfluss und Restharn enthalten. Der Detrusor bezeichnet die Muskelschicht der Blase, und Restharn ist der nach dem Wasserlassen verbleibende Urin. Compliance beschreibt, wie sich der Druck in Abhängigkeit vom Blasenvolumen bei zunehmender Füllung verändert. Diese Begriffe sind nicht synonym. Es ist für den Patienten hilfreicher, die gesamte Untersuchung mit seinem Arzt zu besprechen, anstatt einzelne Wörter des Berichts online zu lesen und daraus voreilige Schlüsse zu ziehen.
Ob die Messung technisch korrekt ist und die täglichen Symptome widerspiegelt, ist Teil der Interpretation. Beispielsweise hat eine Harnflussmessung mit geringer Urinmenge möglicherweise nicht dieselbe Aussagekraft wie eine Messung bei normaler Blasenfüllung. Auch Beschwerden durch den Katheter oder eine ungewohnte Umgebung können das Miktionsmuster beeinflussen. Diese Faktoren machen das Ergebnis nicht automatisch ungültig; sie stellen Einschränkungen dar, die der Arzt bei der Auswertung des Befundes berücksichtigt. Die Dokumentation des Geschehens während der Untersuchung erleichtert das korrekte Interpretieren der Diagramme.
Im Befundgespräch wird zunächst beurteilt, wie die Messungen zu den Hauptbeschwerden passen. Danach werden geeignete Verhaltensänderungen, Physiotherapie, Medikamente oder Eingriffe besprochen. Die Untersuchung bedeutet nicht automatisch, dass eine weitergehende Behandlung nötig ist. Manchmal bestätigen die Ergebnisse, dass ein einfacherer Plan ausreicht. Wird eine Blasenentleerungsstörung festgestellt, kann es dagegen erforderlich sein, die Sicherheit einer geplanten Behandlung erneut zu bewerten.
Werden mehrere Probleme festgestellt, müssen diese nicht alle gleichzeitig behandelt werden. Es kann die belastendste oder gesundheitlich wichtigste Erkrankung ermittelt werden. Der Patient sollte über den zu erwartenden Nutzen, mögliche Nebenwirkungen und den Nachsorgeplan aufgeklärt werden. Auch die Gründe für den Abbruch vorheriger Behandlungen sind für die neue Entscheidung wichtig. Das Aufbewahren einer Kopie des Berichts kann hilfreich sein, falls zukünftig eine Untersuchung in einem anderen Zentrum erforderlich ist. Man sollte jedoch nicht davon ausgehen, dass der Bericht die aktuelle Situation Jahre später noch genau widerspiegelt; bei einer Veränderung der Symptome ist eine erneute klinische Beurteilung notwendig.
Weichen die Ergebnisse der Untersuchung von den Erwartungen des Patienten vor der Untersuchung ab, sollte dies offen besprochen werden. Die Urodynamik ist weder ein Schmerztest noch eine Krebsvorsorgeuntersuchung oder eine Infektionskultur. Fragestellungen in diesen Bereichen erfordern gegebenenfalls andere Untersuchungen. Indem man versteht, welche Informationen der Patient erwartet, lässt sich vermeiden, dass die Ergebnisbesprechung ausschließlich aus Fachbegriffen besteht.
Nein. Die Urodynamik beurteilt Funktion und Druckverhältnisse; die Zystoskopie ist eine Untersuchung des Blaseninneren mit einer Kamera. Sie beantworten unterschiedliche Fragestellungen.
Dies ist für eine Standardkonsultation in der Regel nicht notwendig. Bitte befolgen Sie die für Ihren Termin geltenden Vorbereitungsanweisungen.
Das hängt vom Untersuchungsziel ab. Ändern oder pausieren Sie Medikamente nur auf ausdrückliche Anweisung des untersuchenden Teams.
Die meisten Standarduntersuchungen werden im Wachzustand durchgeführt. Dabei sind die Angabe von Empfindungen und die Beobachtung des Harnverhaltens wichtig.
Urinverlust kann gerade der Befund sein, der gemessen werden soll. Das Team dokumentiert, unter welchen Bedingungen er auftritt. Sie müssen sich dafür nicht schämen.
Ja. Die Testumgebung spiegelt nicht immer vollständig den Alltag wider. Die Ergebnisse werden im Zusammenhang mit der Krankengeschichte des Patienten und anderen Befunden interpretiert.
Untersuchungen mit Kathetern bergen ein Infektionsrisiko. Fieber oder vermehrter Harndrang nach dem Eingriff sollten abgeklärt werden.
Nein. Die Entscheidung wird auf Grundlage der Untersuchung, der Beschwerden, früherer Behandlungen und der individuellen Präferenzen getroffen.